Evangelische Kirche von Westfalen

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Kirchengeschichte im RU

Jahrestagung des Bundes Ev. Religionslehrerinnen und –lehrer

Hartmut Lenhart

Lebendige Vergangenheit - Kirchengeschichte im RU

„Die Geschichte handelt von dir, nur der Name ist geändert“. Mit diesem Horaz-Zitat eröffnete Prof. Martin Jung (Osnabrück) sein Plädoyer für die Kirchengeschichte und machte deutlich, dass Kirchengeschichte so zu präsentieren ist, dass die Schüler/innen sich darin wiederfinden.

Auf der Frühjahrstagung des Bundes Ev. Religionslehrerinnen und –lehrer an den Gymnasien und Gesamtschulen in Westfalen und Lippe stellt Jung fest, dass die evangelische Theologie sich mit der Kirchengeschichte schwer tut. Die Auslegung der Bibel steht im Mittelpunkt (sola scriptura) und die Kirchengeschichte wird als „Hilfswissenschaft der Theologie“ angesehen. Ihr Handicap: Sie gibt keine eigenständige Antwort auf die Gottesfrage.

Für die Zukunft sieht Jung neue Chancen. Die Bibelausleger sind an einem Punkt angekommen, an dem sie „gesicherte historische“ Fakten nicht mehr eindeutig nachweisen können. Hier hat die Kirchengeschichte einen Vorteil, weil sie sich auf Fakten stützen kann. Als spannendes Beispiel für die Kirchengeschichte der Zukunft führt Jung das Reformationsjubiläum 2017 an. Seiner Meinung nach sind zwar historisch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, aber im ökumenischem Gespräch fordert es zur Diskussion heraus. Ist dieses Jubiläum ein Anlass zur Freude oder zur Trauer?

Für die Praxis im Unterricht zeigte Jung auf, was die Kirchengeschichte im problemorientierten, performativen und kompetenzorientierten RU zu leisten vermag. Sie besitzt die Fähigkeit didaktische Aspekte zu konkretisieren. Ein klassisches Beispiel  ist z.B. Martin Luther King als Verkörperung der Friedensethik der Bergpredigt.

Hartmut Lenhard, ehemaliger Fachleiter und Leiter des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Paderborn führte in die Kirchengeschichtsdidaktik und –methodik ein. Mit einem Spiel, bei dem Bilder historisch interessanter Persönlichkeiten bestimmten Ereigniskarten, biografischen Informationen und Zitaten zuzuordnen sind, stellte Lenhart eine spielerisch Methode vor, mit der man Kirchengeschichte vermitteln kann.

Als weitere Methoden nannte er das geschichtenhafte Erzählen, das Anfertigen von Zeitleisten, Modellbauten, Fotobüchern etc. (manuell), die Durchführung außerunterrichtlicher Projekte wie Kirchen-  oder Stadterkundungen.

Interessanter Abschluss der Tagung bildete die Rezeption des sogenannten Thesenanschlags Luthers an Hand von vier verschiedenen Filmausschnitten aus verschiedenen Jahren, die deutlich machten, wie sich die Deutung Luthers verändert  hat.

Ute Hiddemann


 
 
 
 
Kirchengeschichte im RU
 

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