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Protestantisches Profil heute - Aus guten Gründen evangelisch!

Vortrag von Prof. Dr. Hans-Martin Lübking auf der Erziehungs- und Schulkonferenz in Bielefeld

siehe auch Bericht unter "aktuelle Themen und Berichte"

Das 500jährige Reformationsjubiläum wirft seine Schatten voraus. Bevor 2017 die „internationale Weltausstellung des Protestantismus“ begangen wird, fragt Prof. Dr. Hans-Martin Lübking in seinem Vortrag auf der Erziehungs- und Schulkonferenz in Bielefeld nach dem heutigen Stand evangelischer Kirche. Was hat die Kirche aus der Reformation gelernt und was ist geblieben? Wie könnte ein protestantisches Profil heute aussehen?

Vor zahlreichen Erzieherinnen und Lehrern im Haus der Kirche in Bielefeld hielt Lübking ein bemerkenswertes Referat. Komprimiert und kurzweilig stellt er heraus, dass Gott und uns Menschen die bedingungslose Liebe Gottes verbindet. Diesen Kern des Neuen Testaments wiederentdeckt zu haben, ist der eigentliche Verdienst der Reformation. Jeder Mensch ist einmalig. Er ist seinem Gott nahe und kann sich den christlichen Glauben in seinem eigenen Herzen und Gewissen zu eigen machen. Das allerdings führt dazu, dass jeder Mensch frei ist in seinem Gewissen. Luther übertrug den Glauben der Menschen in das tägliche Leben, in die Familie, in den Beruf.
Heute sind in Deutschland ca. 25 Millionen Menschen Mitglied der ev. Kirche. Diese Zahl beeindruckt, doch haben die christlichen Kirchen ihre Monopolstellung in Religionsfragen verloren. Von der Kirche machen die meisten an den Knotenpunkten des eigenen Lebens Gebrauch. In der Bevölkerung gilt die Kirche als unverzichtbar. Ihr diakonisches Engagement und ihre erzieherische Funktion werden hoch geschätzt, die kulturellen Veranstaltungen gerne besucht und der Konfirmandenunterricht zunehmend aufgesucht.
Trotzdem gehen die Menschen zur Kirche auf Distanz und verlieren ihre Bindung zu einer Institution, die sie als verschlossen, bürokratisch und einig erleben. „Ich kann auch ohne Kirche Christ sein“ ist ein häufig ausgesprochener Satz. Die Herausforderung der Kirche besteht darin diese Entwicklung zu stoppen. Ohne Bindung an die Kirche verlieren die Menschen ihre religiöse Sprachfähigkeit. Sie können sich, ihren Kindern und anderen ihren eigenen Glauben nicht mehr erzählen. Poientiert hebt Lübking hervor, dass durch die Belastungen der letzten Jahre die Ortsgemeinden z.T. selbstgenügsam wurden und sich isoliert haben. Kirche aber ist mehr als die Gemeinde vor Ort. Klar und deutlich stellt Lübking heraus: Kirche muss das Evangelium kommunizieren und sich nicht mit sich selbst beschäftigen.
Das heutige protestantische Profil beginnt mit einer Wiederentdeckung der Bibel. Bibel muss gelesen und erlebt werden. Dazu braucht es eine theologische Auseinandersetzung. Nicht Unterhaltungsevents, sondern theologische Veranstaltungen für Fachleute und Laien fordert Lübking. Der selbstständig denkende Christ braucht Glaube und Bildung. Das war einmal das protestantische Profil und sollte es wieder werden. In der Zukunft einer Wissens-, Medien- und Informationsgesellschaft braucht die Kirche eine kompetente Präsenz im Bildungsbereich. Kirche gehört in die Öffentlichkeit und muss öffentlich sein. Um ihr Protestantisches Profil abbilden und entwickeln zu können braucht die Kirche Profis und ihre ehrenamtlichen Mitarbeitenden. So kann sie erkennbar in einer unübersichtlich gewordenen Welt sein.
In der anschließenden lebhaften Diskussion stellte Prof. Lübking noch einmal heraus, dass Glaube eine sichtbare soziale Form braucht. Kirche zieht sich in die Nischen der Ortsgemeinde zurück und wird somit von der Volkskirche zur Milieukirche.

Der Vortrag als Download hier bitte anklicken

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