Pädagogisches Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen

Das Recht des Kindes auf Religion

18. Gemeindepädagogisches Forum des Pädagogischen Institutes in Villigst

Mit einem Liedimpuls zum Thema Brückenbauen begrüßte Ulrich Walter im Namen der Kooperationspartner über 80 Teilnehmende zum 18. Gemeindepädagogischen Forum in Villigst.

Religiöse Bildung zieht sich durch alle Bildungsbereiche

Im Entwurf der "Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen" heißt es im Bildungsbereich „Religion und Ethik“: „Religiöse Bildung zieht sich durch alle Bildungsbereiche, wie beispielsweise Sprache, Musik, Natur und Kultur sowie soziale und interkulturelle Bildung. Sie ist nicht herausgelöst aus den übrigen Lebens- und Bildungszusammen-hängen, sondern darin eingebettet. Dabei behält sie jedoch ihren eigenen Stellenwert und ihren eigenen Schwerpunkt.“

Was bedeutet dies für die Weiterentwicklung des evangelischen Profils der evangelischen Kindertageseinrichtungen? Welche Chancen und Aufgaben ergeben sich für die Kirchengemeinden? Wie wird dieses Thema im Übergang von Kindertageseinrichtungen zur Grundschule umgesetzt?

Zu einem Austausch über diese Fragen hatte das Pädagogische Institut zusammen mit dem Evangelischen Fachverband der Tageseinrichtungen für Kinder in Westfalen und Lippe, evta., der Evangelischen Aktions-gemeinschaft für Familienfragen, eaf und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e. V. eingeladen.

Prof. Dr. Marcell Saß aus Marburg führte mit seinem Referat „Das Recht des Kindes auf Religion? - An den Lernorten Familie, Schule, Gemeinde und Medien“ in das Thema ein.
Er zeigte auf, dass im Entwurf der Vereinbarungen dem Thema „Übergänge“ eine große Bedeutung zugemessen wird. Religiöse Bildung hat im Gesamtkontext von Bildung gute Anknüpfungspunkte, weil sie immer auch rituelle Begleitung im Blick hat. Kinder geben solchen Übergängen eine große Bedeutung. Judith aus Wernigerode hat es in einem Gespräch mit dem Referenten so formuliert: „Die Einschulung ist das Beste, was es auf der Welt gibt, und der Geburtstag ist auch das Beste!“

Täglich haben es Kinder mit der Bewältigung von kleinen und großen Übergängen zu tun. Das beginnt mit dem Abschied im Elternhaus und dem Weg zur Kita, und es hört beim Gute-Nacht-Ritual nicht auf.
Eine Kultur des Übergangs betrifft die verschiedenen Lernorte, in denen sich Kommunikation des Evangeliums ereignet. Ev. Tageseinrichtungen für Kinder sind wichtige Orte der religiösen Bildung am Lernort Gemeinde. Hier geschieht in ganzheitlicher Weise Kommunikation des Evangeliums.
Von hier aus entwickelte Saß die verschiedenen Bildungschancen, die sich für evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Blick auf die verschiedenen Lernorte Familie, Gemeinde, Schule und Medien ergeben.

Im Anschluss an das Referat kam es zu einem lebendigen Erfahrungsaustausch mit den anwesenden Kita-Leiter/innen, Erzieher/innen, Fachberater/innen, Gemeindepädagog/innen, Pfarrer/innen und Presbyter/innen.

Am Nachmittag wurde das Thema in drei Workshops vertieft.

  • Mit der Referentin vom evta., Sabine Prott, ging es darum, die Verbindung des Themas zum Evangelischen Gütesiegel BETA herzustellen.
  • Monika Pietig und Sabine Walenczik aus der Kita Sonnenschein Rheda-Wiedenbrück stellten mit Ralf Fischer (PI) ihre praktischen Erfahrungen als eine an der Erprobungsphase beteiligte Einrichtung vor.
  • In einer weiteren Arbeitsgruppe wurde der Erfahrungsaustausch anhand einer Aktion zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule vertieft.

In der Abschlussrunde waren sich alle Beteiligten einig, dass sich die Rahmenbedingungen der Arbeit verbessern müssen, damit die vielen guten Ideen des vorliegenden Entwurfes der Bildungsvereinbarungen in guter Weise umgesetzt werden können; „Bildung braucht Ressourcen“.

Hier der Vortrag von Prof. Sass als pdf

hier die Unterlagen von Ulrich Walter als pdf


Pädagogisches Institut der EKvW - Iserlohner Straße 25 - 58239 Schwerte
Fon (Zentrale): 02304 / 755-160 - Fax (Zentrale): 02304 / 755-247 - verwaltung@pi-villigst.de
- Impressum